FDP-Politiker Jochen Haußmann in der Diskussion

22.05.2014, Bericht im Südkurier

FDP-Besuch: Gesundheit und Mobilität im Fokus

Im Wahlkampf-Endspurt hat der FDP-Ortsverband Bad Dürrheim noch einmal prominente Unterstützung aus Stuttgart bekommen: Jochen Haußmann, der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag kam nun auf Einladung zu einem Besuch in die Espan-Klinik.

FDP-Politiker Jochen Haußmann diskutiert in der Espan-Klinik mit Ortsverbands-Mitgliedern

FDP-Politiker Jochen Haußmann diskutiert in der Espan-Klinik mit Ortsverbands-Mitgliedern

Der Fokus des Gesprächs lag auf der „Infrastruktur Gesundheitswesen in Bad Dürrheim und im Schwarzwald-Baar-Kreis“. Und dass sowohl Infrastruktur als auch Gesundheitswesen eng miteinander verknüpft sind, verdeutlichte Jochen Haußmann: „Zur Gesundheitsversorgung gehört Mobilität, ob auf der Schiene oder Straße dazu. Das ist wichtig auch für Tourismus und die Arbeitnehmer.“ Außerdem müssten Ärzte– auch für die älteren Bürger – gut und schnell erreichbar sein. „Das Ziel ist eine flächendeckende ärztliche Versorgung“, so der FDP-Politiker. Das sei im Rahmen der strukturellen Veränderungen nicht einfach. „Baden-Württemberg hat die niedrigsten Kosten pro Einwohner im stationären Krankenhausbereich“, berichtete Haußmann. Im Land liege man bei 540 Krankenhausbetten pro 100 000 Einwohner, alle anderen Bundesländer hätten einen Schnitt von 650 Betten. Heiko Biedehorn, Geschäftsführer der Espan-Klinik entgegnete allerdings: „Die Effizienz und die schwarzen Zahlen im Blick zu behalten ist recht und gut.“ Aber es sei wichtig zu wissen, dass sich die Patientenstrukturen im Rehabereich „drastisch“ verändert hätten. Denn es werde aufgrund der immer kürzeren Aufenthaltsdauer im Krankenhaus immer aufwändiger, die Patienten in der Reha zu versorgen. „Wir bekommen keine Ausgleichsfinanzierung und die Pflegesatzaufwändungen sind viel zu gering“, kritisierte Biedehorn.

„Die Veränderungen dürfen nicht zu Lasten des nächstgelagerten Bereichs gehen.“ Auch Andrea Kanold unterstrich diese Forderung: „Die Rehakliniken sollten die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht.“

Einen Vorschlag, die hausärztliche Versorgung auch künftig in ländlichen Gebieten sicherzustellen, machte Heiko Biedehorn darüber hinaus. „Man sollte die Rehakliniken für die ambulante Versorgung der Bevölkerung öffnen. Die Facharztversorgung vor Ort ist doch bereits vorhanden.“ Insgesamt im Hinblick auf Bad Dürrheim als Gesundheitsstandort mit Wirtschaftskraft betonte Biedehorn, die Stadt sei aufgrund der guten Arbeitsplätze – Teilzeit- und viele Frauenarbeitsplätze – sehr gut entwickelt. „Aber die Infrastruktur muss auch stimmen, um die qualifizierten Arbeitskräfte anzulocken und zu halten.“ Dazu müsse aber auch der ÖPNV zu den Schulen funktionieren.

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