FDP-Frühjahrsempfang im Narrenschopf

Text entnommen aus: Bericht des Schwarzwälder-Boten vom 3.4.2017

Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Liberalen im Schwarzwald-Baar-Kreis wollten das Schema Neujahrsempfänge einmal verlassen und trafen sich nun zum Frühjahrsempfang im Bad Dürrheimer Narrenschopf. Namhafte Referentin des Abends war die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

„Das Frühjahr ist die Jahreszeit des Neubeginns und Aufbruchs. Auch wir Liberalen brechen auf und wollen wieder in den Bundestag einziehen“, grüßte Adolf Baumann als Fraktionssprecher der Kreistags-FDP in die Reihen, im properen Narren-Domizil der Kur- und Bäderstadt fühlte sich übrigens niemand deplatziert. Im Gegenteil! Baumann: „Unser früheres Mitglied Guido Rebholz war maßgeblich daran beteiligt dieses Fastnachts-Museum nach Bad Dürrheim zu holen, das närrische Haus hier ist gut und kommt an.“

Echte liberale Politik gebe es nur mit dem Original, unterstrich die von Düsseldorf auf die Baar gekommene Marie-Agnes Strack-Zimmermann, im Narrenschopf gab sich die Spitzenpolitikerin mit Blick auf die im Herbst anstehende Bundestagswahl zuversichtlich. Zwar hatte sich die Referentin das Thema öffentliche Sicherheit und Bürgerrechte ausgesucht, die deutsche Freidemokratie im Ganzen durfte aber schlicht und ergreifend nicht unter den Tisch fallen. „SPD und Grüne können Liberalismus nicht wie wir, diesbezüglich geben wir die Richtung vor“, konstatierte Strack-Zimmermann – darauf zollten natürlich nicht nur der Bundestagskandidat Marcel Klinge (Wahlkreis Schwarzwald-Baar/Oberes Kinzigtal) sowie die beim Empfang auch noch Geburtstag feiernde FDP-Kreisvorsitzende Andrea Kanold Beifall. „Wenn wir Bürgerrechte aus Sicherheitsgründen beschneiden, machen wir genau das was ›Die‹ wollen“, mahnte Strack-Zimmermann im Zusammenhang mit der Terror-Gefahr, gern hob die 59-Jährige auch auf das Grundgesetz ab, in dem so vieles schon geregelt sei. Recht und Ordnung vor der eigenen Tür. In Sicherheit in den wohlverdienten ruhigen Schlaf fallen können. Ängste abbauen und Fundamente bereiten. Die Düsseldorferin hatte in Bad Dürrheim zwar nur ein inhaltsbezogenes Heimspiel, ihre Aussagen bekamen aber anhaltendes Kopfnicken. Der liberale Frühjahrsempfang gestaltete sich übersichtlich und kam ohne Längen aus, Adolf Baumann hatte während der Begrüßung noch empfohlen: „Spreche nie länger als Du auf einem Bein stehen kannst; das dürfte indianischen Ursprungs sein.“

Ansonsten präsentierten sich die Liberalen in gewohnter Manier, vor seiner bereits dritten Kandidatur unterstrich Marcel Klinge die soziale Komponente respektive bürgerliche Mitte doch etwas deutlicher. Klinge will ein Land der Häuslebesitzer und nicht der Mieter und tritt für die Abschaffung der Grunderwerbssteuer bis zu einem Finanzierungsbedarf von 500 000 Euro ein. Marie-Agnes Strack-Zimmermann sieht die Liberalen fest mit der Agenda 2010 verbunden, die Motorradfahrerin und frühere Internats-Schülerin am Bodensee hätte nichts gegen eine Agenda 2020 einzuwenden. Liberalismus, die Folgende! Der musikalische Part kam von einer Formation mit klassischer Gitarre, dabei schickten auch zwei Flüchtlinge Klänge in die Holzkuppel.

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